Agamemnon

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“Zehn Jahre nun sind’s” seit Agamemnon mit seinem Heer nach Troja aufbrach. Seine Stadt Argos ließ er zurück, unter der Verwaltung von Greisen und jungen Männer, die nicht mit in den Krieg ziehen konnten. Auch seine Frau Klytaimnestra wartet im Königspalast, auf die Rückkehr ihres Mannes. Doch, anders als die Männer, die ihren König vorfreudig erwarten, hat Klytaimestra Rache im Sinne: Denn um die Göttin Artemis zu besänftigen und guten Wind für den Krieg um Troja zu haben, hatte Agamemnon die gemeinsame Tochter Iphigenie geopfert. Und so kann es nur einen Ausweg geben: Er wird durch die Hand seiner Frau und durch die ihres neuen Liebhabers Aigisthos sterben. Auch die Seherin Kassandra, die Beutefrau des Agamemnon aus Troja,  wird sterben – ob gerecht oder nicht. Auch sie straft das Schicksal mit dem Tod, doch da sie dieses vorhersehen kann, wird sie es erhobenen Hauptes ertragen.
Kurz darauf endet das Stück und man könnte meinen, dass hier eigentlich gar nicht so viel passiert. Wenn man den Inhalt des Stückes jetzt kennt, ist dann das Anschauen nicht obsolet? Doch bei diesem Stück von Aischylos war nie die Frage, was passieren wird. Die Frage ist immer: Wie wird es passieren? Wo ist die Schönheit, wo sind die Kontraste zwischen den Charakteren? Warum ist diese Tragödie, 2480 Jahre nach ihrer Uraufführung, noch so nah an uns und warum sind die Themen, die sie behandelt, immer noch so aktuell?