Die Wunderübung

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Joana und Valentin: Ein Ehepaar in der Krise.

Früher mal rasend verliebt, vor allem in der Kennlernphase während eines Tauchurlaubs an tropischen Küsten, seit der Ankunft der Kinder allerdings im Stadium fortschreitender Entfremdung befindlich. Sie frustrierte Historikerin, er gestresster Luftfahrt-Ingenieur. Sie temperamentvoll wie der Ätna, er verschlossen wie ein klemmendes Airbusventil, sie übernimmt 99 Prozent der Haushalts- und Familienarbeit, weil er sich raushält.

“Sofort, nach drei Sekunden, ist jedem klar, wo er selber steht als Zuschauer, und sofort ist die Identifikation da.”

“Das Grundproblem ist die Abnutzung: Dass es immer lustiger ist, in der Sehnsucht zu leben, Urlaubsbekanntschaften zu machen, zwei Wochen lang irgendwo auf Hawaii zu sitzen und alles toll zu finden und wahnsinnig verliebt zu sein. Aber die lange Strecke durch die Wüste des Alltags, die gemeinsam zu gehen, das ist, glaube ich, eine Herausforderung, die jeder kennt.”

Ihre letzte Chance ist der Paartherapeut, der versucht, sie mit Übungen und Rollentausch aus der Reserve zu locken, um vielleicht doch noch das Wunder der Versöhnung zu bewirken. Aber Joana weiß immer schon vorher, was ihr Ehemann sagen will. Valentin straft sie mit Gefühlskälte. Er nimmt jeden Missstand als gegeben hin und sieht keinen Grund für Veränderung. Doch nicht nur das Paar hat Probleme – auch der Therapeut selbst scheint in Schwierigkeiten zu stecken. Als er selbst durch einen Anruf seiner Gattin aus dem Gleichgewicht geworfen wird, taut die harte Kruste auf, denn plötzlich wenden sich alle dem wesentlich interessanteren Ehedrama des Paartherapeuten zu. Die bekannten Klischees von Frauen, die nicht zuhören und ständig reden, von Männern, die nicht zu Wort kommen, von Seitensprüngen und der Reue darüber, von Therapeuten, die ihrer Klientel nicht gewachsen sind, sie alle werden hier genüsslich aufgefächert. Daniel Glattauer erweist sich einmal mehr als Meister der feinen Zwischentöne im Dschungel menschlicher Gefühle. Der bestens bekannte Autor steht für pointierte Dialoge und überraschende Wendungen.

 

PREMIERE: Sa., 25. April um 20Uhr

 

Regie: Monique Nägele

Darsteller: Birgit Schier, Oliver Schmidt